Nicht in China, sondern in Taiwan wird Henning Mankells Kriminaldrama «Der Chinese» verfilmt. Die TV-Produktion beginnt am 26. April, sagte Oliver Schündler, Geschäftsführer der verantwortlichen Herstellungsfirma Yellow Bird Pictures, beim Fernsehfachmarkt MIP TV in Cannes.
In China hätte es keine Dreherlaubnis gegeben, so habe man sich von vornherein auf Taiwan festgelegt, erläuterte Schündler. Geplant sind zwei 90 Minuten lange Teile.
Das Buch beginnt mit dem Mord an 19 Menschen in Schweden. Die Spur des grausamen Verbrechens führt ins China des 19. Jahrhunderts. Das Drehbuch fürs Fernsehen schrieben Fred Breinersdorfer und seine Tochter Leonie, Regie führt Peter Keglevic. In den Hauptrollen der internationalen Koproduktion, die noch in Schweden und Österreich gedreht wird, wirken Suzanne von Borsody, Claudia Michelsen und August Schmölzer mit.
Geldgeber von deutscher Seite ist die ARD-Filmtochter Degeto. Wann der Film zu sehen ist, ist noch offen. Die ARD zeigte zuletzt den zweiteiligen Mankell-Krimi «Kennedys Hirn» mit Iris Berben in der Hauptrolle an einem Stück am 3. April.
Suzanne von Borsody in der Hauptrolle – Peter Keglevic führt Regie
München, 27. Januar 2010. Die Verfilmung des Henning-Menkell-Bestsellers „Der Chinese“ wird die erste Produktion der Yellow Bird Pictures GmbH, München, sein. Gedreht wird der Event-Zweiteiler von April 2010 an in Schweden, Österreich und Ostasien. Die Hauptrolle der Richterin Birgitta Roslin wird Suzanne von Borsody spielen.
„Der Chinese“ (AT) ist eine Produktion von Yellow Bird Pictures, München (Produzenten: Oliver Schündler, Boris Ausserer) in Koproduktion mit Lotus Film, Wien (Produzenten: Erich Lackner, Peter Wirthensohn), Yellow Bird Rights, Schweden (Produzent: Mikael Wallén) und der ARD Degeto für Das Erste und ORF. Vorverkäufe an mehrere europäische Sender sind bereits erfolgt. Der Fernsehfonds Austria sowie das Land Niederösterreich haben bereits Produktionsförderung zugesagt. Als Redakteure zeichnen u.a. Hans-Wolfgang Jurgan (ARD Degeto) sowie Klaus Lintschinger und Sabine Weber (ORF) verantwortlich.
Das Drehbuch nach der Romanvorlage von Henning Mankell schrieben Leonie-Claire und Fred Breinersdorfer. Die Regie wird Peter Keglevic führen, Kameramann ist Alexander Fischerkoesen. Das Szenenbild stammt von Christoph Kanter.
Yellow Bird Pictures-Geschäftsführer Oliver Schündler: „Für uns als junges Unternehmen stellt der Produktionsstart mit einem Zweiteiler nach einer Henning-Mankell-Vorlage schon eine bemerkenswerte Performance dar: Nur 18 Monate werden zwischen Firmengründung und erstem Drehtag liegen. So etwas geht natürlich nur mit verlässlichen Partnern, die wir in Degeto, ORF und Lotus Film gefunden haben, sowie mit zupackenden TV-Machern wie Fred Breinersdorfer und Peter Keglevic. Schon in Kürze werden wir die Produktion weiterer außergewöhnliche Projekte annoncieren können.“
Die Filmadaption des Mankell-Romans dreht sich um den erschütternden Mord an 19 Menschen. Die Polizei glaubt an die Tat eines Wahnsinnigen. Nicht nur die Eltern der Richterin Birgitta Roslin sind unter den Opfern: Fast alle Getöteten waren mit ihr verwandt. Birgitta ist überzeugt, dass die Polizei eine falsche Spur verfolgt und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Die Suche nach den Mördern ihrer Familie führt sie bis nach China, wo sie auf die grausamen Machenschaften eines Wirtschaftsmagnaten stößt…
Die Gesamtauflage des schwedischen Erfolgsautors Henning Mankell beträgt europaweit rund 30 Millionen Exemplare. Allein in Deutschland verkaufte er etwa 15 Millionen Bücher. Auf der weltweiten Bestsellerliste finden sich Mankells Bücher auf Platz 10. „Der Chinese“ ist in deutscher Sprache im Paul Zsolnay Verlag und im dtv erschienen.
Die Münchener Yellow Bird Pictures GmbH, die als Joint Venture zwischen der schwedischen Yellow Bird AB, Stockholm, und dem geschäftsführenden Gesellschafter Oliver Schündler im Oktober 2008 gegründet wurde, ist ein Unternehmen der Zodiak Entertainment, Paris.
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Yellow Bird nennt sich die jüngste Münchner Produktionsgesellschaft, die mit ihrem ersten großen Projekt gleich einen bekannten Namen in die Waagschale wirft: Henning Mankells „Der Chinese“, dessen Verfilmung im nächsten Jahr entstehen soll
Den Sitz einer Konzerntochter stellt man sich etwas anders vor als in einem stylischen Hinterhof-Loft in München-Haidhausen, das eher auf hierarchiefreies Arbeiten hindeutet. Wenn dann die Tochter auch noch auf den Namen Yellow Bird hört, weist wenig daraufhin, dass sie Teil eines italienischen Medienkonzerns ist, der seit wenigen Jahren eine europaweite Expansion im TV- und Film-Produktionsgeschäft betreibt.
Die in ihren Aktivitäten mit Bertelsmann vergleichbare Mailänder Mediengruppe und Familienholding De Agostini kommt aus dem Verlagsbereich und hat sich in den vergangenen Jahren durch europaweite Zukäufe im TV- und Filmgeschäft neu aufgestellt. Auf der Einkaufsliste von De Agostini-Präsident Marco Drago standen 2007 Größen wie Magnolia Italien, die französische Marathon Group sowie die schwedische Yellow Bird, Mutter der gleichnamigen deutschen Tochter. Inzwischen werden über 400 Millionen Euro der vier Milliarden Euro Konzernumsatz durch die Film- und Fernsehproduktion generiert. Gebündelt sind die TV- und Film-Aktivitäten in der Pariser Zodiak Entertainment. Chef der Fiction-Division ist Marathon-CEO Pascal Breton in Personalunion. Bis 2011 peilt Zodiak Entertainment mit ihren Töchtern in 18 Ländern einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro an. Das ehrgeizige Ziel, im europäischen Film- und TV-Geschäft rasch eine Größe zu erreichen, verfolgte die italienische Familienholding durch Zukäufe oder Beteiligungen an attraktiven Unternehmen in ganz Europa.
Konzernverschachtelungen können leicht für Verwirrung sorgen. Bei der Aufklärung kann Oliver Schündler, geschäftsführender Gesellschafter von Yellow Bird Deutschland, helfen, der in der Branche durch seine Zeit bei der Bavaria Film bekannt ist. Dort war er für internationale Ko-produktionen, den TV-Weltvertrieb und Bavaria Italia verantwortlich.
Im vergangenen Jahr gründete er gemeinsam mit der schwedischen Yellow Bird die deutsche Tochter. Unter den aktuellen Projekten, die Schündler entwickelt, wird derzeit nur ein Projekt beim Namen genannt, das mehr über die Wurzeln von Yellow Bird sagt als ein Diagramm: 2010 soll „Der Chinese“ nach dem Bestseller des schwedischen Autoren Henning Mankell in Zusammenarbeit mit der ARD-Tochter Degeto entstehen. Der Event-Zweiteiler ist auf sechs bis sieben Millionen Euro kalkuliert und wird als internationale Koproduktion realisiert.
Der attraktive Stoff und die deutsche Yellow Bird fanden nicht zuletzt zusammen, weil die schwedischen Yellow Bird im Jahr 2003 gemeinsam von Mankell und Ole Söndberg gegründet worden war. Söndberg ist mit Schündler auch Ko-Geschäftsführer der Münchner Tochter.
Die Schweden, die inzwischen zu Zodiak Entertaiment gehören, lieferten nicht nur die Wallander-Verfilmungen nach Mankells Romanen, sondern konnten sich auch die Filmrechte an den drei Krimis des verstorbenen Bestseller-Autors Stieg Larsson sichern, von deren Adaptionen zwei bereits fertig gestellt sind. Der erste Teil der „Millennium“-Trilogie, produziert von Yellow Bird Schweden, läuft gerade unter dem Titel „Verblendung“ (NFP/Warner) im deutschen Kino.
Während das Ziel der schwedischen Yellow Bird war, vor allem im seriellen Bereich Krimistoffe zu produzieren, will Schündler in Deutschland seine Projekte universeller angehen: „Wir setzen auch auf Kino.“ Derzeit befinden sich 17 Themen in der Entwicklung, wovon mindestens drei im Jahr 2010 produziert werden sollen. Langfristig will man gemeinsam mit dem europäischen Netzwerk von Zodiak Projekte entwickeln und umsetzen. Darunter könnte auch ein italienischer Bestseller aus dem Mafia-Umfeld mit Titel „Rosa Elettrica“ von Giampaolo Simi sein, der jetzt bei Bertelsmann / Randomhouse auf deutsch mit dem Titel „Camorrista“ erscheint.
An der Arbeit im Konzernverbund schätzt Schündler sowohl die Eigenständigkeit als auch die Möglichkeiten über das Netzwerk auf Stoffrechte zugreifen zu können und schnelle Entscheidungen über Koproduktionen und -finanzierungen zu erreichen.
Allein auf den Zugriff der Rechte der Zodiak-Gruppe will sich Oliver Schündler aber nicht verlassen, sondern eng mit anerkannten deutschen Fiction- und Drehbuch-Autoren zusammenarbeiten. Mit einigen bereitet er längst neue Projek- te vor, die ab 2010 in die Produktion gehen sollen. Unterstützt wird Schündler hierbei von seinem Yellow-Bird-Team, dem Produzenten Boris Ausserer und der Junior-Producerin Astrid Kassel.
Roland Keller Filmecho Ausgabe 42/2009